Daten auf den Punkt gebracht. Ein Selbstlernkurs zur Informationsvisualisierung.
Gute Grafiken nach Tufte (17/29)
Aufbauend auf den Gestaltgesetzen hat Edward Tufte grundsätzliche Prinzipien für die Gestaltung von Visualisierungen aufgestellt. Die Eigenschaften für Grafiken von guter Qualität nach Tufte übersetzt Jens Oliver Meiert folgendermaßen:
Gute Grafiken laden das Auge ein, unterschiedlichen Elemente und Bereiche miteinander zu vergleichen.
Mehrere Variablen können gleichzeitig dargestellt und dadurch miteinander verglichen werden.
Eine Grafik sollte von hoher Dichte sein, d.h. es werden viele Zahlen auf kleinem Raum dargestellt. Tufte´s Definition von Datendichte = (Anzahl von Einträgen in der Datenmatrix) / (Fläche der Graphik).
Gute Grafiken können Beziehungen und Abhängigkeiten in den Daten sichtbar machen. Dabei können sowohl große Datensätze in ihren Zusammenhängen als auch eine Komplexität in den Details dargestellt werden
Wie bereits erwähnt bestehen gute Visualisierungen nahezu vollständig aus Datentinte, d.h. sie legen den absoluten Fokus auf die Daten und nicht auf das Design.
Während Tufte dafür plädiert, möglichst mehrere Datensätze nebeneinander zu stellen, um einen Vergleich der Daten möglich zu machen, gibt es auch die Ansicht, sich möglichst nur auf eine Kernaussage zu beschränken. Mit der Visualisierung soll demnach lediglich eine einzige Aussage getroffen werden. Tatsächlich sind beide Ansichten gar nicht so unterschiedlich, denn beiden liegt die Frage zugrunde: Welcher besondere Aspekt der Daten soll hervorgehoben werden? Durch den gezielten Einsatz von Farbe kann besonders gut erreicht werden, den Fokus auf eine besondere Aussage bzw. eine herausragende Erkenntnis zu richten. Auf den Einsatz von Farben wird auf den folgenden Seiten näher eingegangen.