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Daten auf den Punkt gebracht. Ein Selbstlernkurs zur Informationsvisualisierung.

Grafikmüll (5/29)

Die einzelnen grafischen Elemente wirken miteinander. Wenn sie nicht behutsam und sorgfältig eingesetzt werden, kann es zu irritierenden Effekten führen. Tufte hat dafür den Begriff „Graphikmüll“, auf Englisch „Chartjunk“, geprägt. So ist eine Linie ein Element. Zwei Linien nebeneinander ergeben jedoch drei grafische Elemente: die beiden Linien und den Raum dazwischen. In diesem Fall ergibt also 1 + 1 = 3 (oder mehr). Der weiße Hintergrund wird aktiviert und kann zu einem selbstständig wirkenden Element werden.

Darstellung irritierender Effekte durch graue Balken und den weißen Hintergrund, der auch wie ein Balken wirkt.

Diese unbeabsichtigten, verzerrenden Effekte ergeben sich durch unsere Fähigkeit, Dinge zu sehen, die nicht da sind, d.h. kognitive Ergänzungen vorzunehmen. Begründet liegt dies in der visuellen Wahrnehmung, die durch die Gestaltgesetze auf den nächsten Seiten näher beschrieben werden. Beispielsweise können so genannte „Moiré-Muster“ oder andere optische Vibrationen entstehen, wenn sich einzelne grafische Elemente überlagern. Bei der Informationsvisualisierung kann durch solche irritierenden Effekte der Fokus von der Kernaussage abgelenkt werden.

Die Abbildung zeigt das Moiré-Muster, wenn zwei gerasterte Felder mit 45° und 60° schwarzen Rasterpunkten übereinander liegen.

Moiré-Effekt von Wikimedia Commons unter CC0