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Daten auf den Punkt gebracht. Ein Selbstlernkurs zur Informationsvisualisierung.

Zweck von Visualisierung (5/12)

Der Zweck der Visualisierung von Minard ist es, komplexe Informationen einfach und eindeutig zu vermitteln (Truppenstärke, zeitliche und räumliche Dimension, Temperatur usw.). Dr. Snow wiederum hatte ein fast schon detektivisches Interesse und es ging bei seiner Visualisierung um nicht weniger als Leben zu retten.

In den meisten Fällen ist der Zweck von Visualisierungen weniger dramatisch: oftmals geht es zunächst um eine bessere Merkbarkeit. Der Informatiker und Visualisierungsexperte Robert Spence verweist auf die selektive Wahrnehmung beim Lesen einer Visualisierung. Demnach nimmt der*die Betrachter*in nur die Teile einer Visualisierung wahr, die seinem/ihrem Verständnis und Nutzen dienen. Spence macht dies am Beispiel des U-Bahnfahrplans der London Underground deutlich. Zur eigenen Orientierung werden nur die relevanten Informationen im Geiste visuell festgehalten, z.B. „Ich nehme die rote Linie und biege dann ab auf die blaue.“ (Spence 2001, S. 2f).

Ausschnitt des Londoner U-Bahn-Fahrplans.

Von Sameboat über Wikimedia Commons unter CC BY-SA 4.0 (Ausschnitt)