6) Museumspraxis – vor und hinter den Kulissen
Kulturelles Begleitprogramm
Waren die kontextualisierenden Informationen im Ausstellungskonzept minimalistisch angelegt, so wurde die Ausstellung selbst von einem umfangreichen Bildungsangebot begleitet. Dies umfasste eine wissenschaftliche Konferenz, Vorträge, Filme und kulturelle Performanzen aus Hawai‘i, Aoteaora, Tahiti, und Tonga. Außerdem wurden Besucher*innen dazu aufgefordert, mit Digitalkameras Fotos von der Ausstellung zu machen, die in einer eigenen fotografischen Ausstellung gezeigt wurden. Auf diese Weise sollten nicht nur Verbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart hergestellt, sondern auch die Lokalbevölkerung in das Bildungsprogramm und die Interpretationsarbeit einbezogen werden (Jolly 2017: 88f.). Didaktische Panels in der Ausstellungsgallerie beschäftigten sich mit polynesischen und insbesondere hawai’ischen Glaubensvorstellungen (Hauser-Schäublin 2020: 15). In einem dreibändigen Ausstellungskatalog wurde zudem eine Vielzahl von Perspektiven dargestellt, die an die Gegenstände herangetragen werden können: Während der erste Band Fotos der Artefakte mit minimalen Spezifikationen enthält, präsentiert der zweite Informationen zu ihren Provenienzen, Erwerbskontexten und kulturellen Hintergründen und der dritte Beiträge von Gelehrten und Literat*innen aus dem pazifischen Raum (ibid.).
![]() Tanzgruppe aus Tahiti (Foto: W. Kempf 2006) | ![]() Chor aus Neuseeland (Foto: W. Kempf 2006) | ![]() Tänzerinnen aus Tonga (Foto: W. Kempf 2006)
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