Auf die Frage, wie man zu einer möglichen Ausstellung der übermodellierten Menschenschädel vom Sepik in Museen stünde, antworteten alle Gesprächspartner:innen, dass dies unproblematisch sei (nogat tok, nogat tambu). In diesem Zusammenhang wurde von Totenritualen (minjango, kitagamat) berichtet, die die Präsentation von übermodellierten Schädeln enthielten. Auch auf die früher einmal wichtige und ehrenhafte Praxis der Kopfjagd und die Präsentation erbeuteter Schädel wurde verwiesen. Nur wenige Personen hatten schon einmal einen übermodellierten Ahnenschädel gesehen. Die damit verbundenen Praktiken seien in der Generation der Eltern und Großeltern zu Ende gegangen.
Auf die Frage, ob man die Objekte, die sich heute in der Göttinger Ethnologischen Sammlung befinden, zurück nach Papua-Neuguinea und/oder an den Sepik haben wolle, ergab sich folgendes Stimmungsbild: Die befragten Personen waren sich einig, dass es am Sepik keinen angemessenen Aufenthaltsort für diese Objekte gebe. Das Nationalmuseum in Port Moresby, in dem sich auch materielle Kulturgüter aus Nyaura-Dörfern befinden, sei zu weit entfernt und eine Reise dorthin für die meisten Nyaura aus finanziellen Gründen unmöglich. Für das heutige Leben hätten die Artefakte keine Relevanz mehr und die eigenen Kinder interessierten sich nicht für Dinge aus der Vergangenheit. Einige Personen äußerten den Wunsch, ein Touristenzentrum bauen zu wollen, das Tourist*innen anziehen solle und in dem diese sich über die ehemalige materielle Kultur informieren könnten. Andere sagten, es sei gut, dass Sammlungen und Museen Objekte vom Sepik aufbewahrten, da diese vor Ort kaputt gegangen wären und heute dort nicht mehr existierten.
John Sambang aus Arinjon betrachtet
Fotos von übermodellierten Schädeln,
die sich in der Göttinger Ethnologischen Sammlung befinden (Foto: C. Falck 2018)