5) Sensible Objekte – menschliche Überreste in ethnologischen Sammlungen
Unterschiedliche Perspektiven
Wer ist befugt Rückgabeanforderungen zu stellen? Wie kann mit verschiedenen Positionen innerhalb indigener Gesellschaften umgegangen und dabei vermieden werden, weiteres Unrecht hervorzurufen? Dies sind Fragen, die nicht nur in dem Beispiel aus der Göttinger Sammlung der 1970er Jahre relevant waren, sondern auch heute noch in der Provenienzforschung und Restitutionsdebatte zentral sind.
Unabhängig davon, ob ethnologische Sammlungen sensible Objekte verwahren, ausstellen oder zurückgeben wollen und können, stellt sich immer auch die Frage danach, wie Verteter*innen sogenannter Herkunftsgesellschaften zu Objekten aus ihren Regionen und speziell zu sensiblen Objekten in Sammlungen und Ausstellungen stehen. Auch hier ist zu beachten: Wessen Stimmen werden gehört und wer kann für wen sprechen?
Wir haben Expert*innen aus unterschiedlichen Ländern dazu befragt, wie sie der Tatsache gegenüberstehen, dass sich eine Fülle an materieller Kultur aus ihren Ländern in europäischen Sammlungen und Museen befindet; wie sie sich zu dem Thema menschliche Überreste in Sammlungen positionieren; und wie sie Restitution und Repatriierung gegenüberstehen.
Aufgabe:
Welche Positionen lassen sich erkennen? Welche Konsequenzen ergeben sich aus den unterschiedlichen Positionen für die ethnologische Museumsarbeit und Ausstellungspraxis?