3) Objektbiografien und Wirkmächtigkeit von Dingen
Wirkmächtigkeit von Dingen
[…] our own approach to things is conditioned necessarily by the view that things have no meanings apart from those that human transactions, attributions, and motivations endow them with, […]. (Appadurai 2008 [1986]: 5)
Vielleicht ist Ihnen bereits aufgefallen, dass der von Appadurai und Kopytoff geprägte objektbiografische Ansatz Dinge zwar methodisch wie Personen behandelt, theoretisch aber bei der Auffassung bleibt, dass Dinge außerhalb von menschlichen Zuschreibungen, kein eigenes Leben haben. Dieser Ansatz unterscheidet sich von der Art und Weise wie Menschen und Dinge vielerorts miteinander in Beziehung treten.
Während Appadurais und Kopytoffs Ansatz also einer interpretativen Ethnologie verpflichtet bleibt, in der Dinge als Symbole oder Metaphern menschlicher Bedeutungszuschreibungen untersucht werden, lenkt der Ethnologe Alfred Gell unsere Aufmerksamkeit auf die sozialen Effekte, die Dinge haben. In seinem einflussreichen Werk ‚Art and Agency‘ (1998) entwirft Gell eine Theorie, mit deren Hilfe er zu verstehen versucht, wie Artefakte auf Menschen wirken, sie regelrecht ‚verzaubern‘ und zu Handlungen bewegen können.