2) Die Ethnologische Sammlung Göttingen – Speichermedien und Recherchetools

Pflichtfelder und Voreinstellungen (1)

Die Art, wie Datenbanken gestaltet sind, kann zu Eingaben führen, die dem Wissensbestand über vorhandene Objekte widersprechen. „Pflichtfelder“ – also Felder, die ausgefüllt werden müssen, damit sich ein Datensatz überhaupt speichern oder ausspielen lässt – können Vorgaben aufweisen, die einem – stets zeitspezifischen – Wissensstand zuwiderlaufen. So zählt in der 2017 an der Universität Göttingen für alle geistes- und kulturwissenschaftlichen Sammlungen eingeführten Datenbank „kuniweb“ das Feld „Kategorie“ (mit einem * gekennzeichnet) zu den Pflichtfeldern. Die vorgegebene Eingabemaske umfasst allerdings nicht ansatzweise alle für die Ethnologische Sammlung notwendigen Begrifflichkeiten. Für die in der Abbildung zu sehende Trommel gibt es beispielsweise keine wirklich schlüssige Kategorie. Als Ausweichfeld, um überhaupt eine Eingabe vornehmen zu können, findet sich hier lediglich die Vorgabe „Völkerkunde“. Die Sammlung selbst wurde 1998 von „Völkerkundliche Sammlung“ in „Ethnologische Sammlung“ umbenannt, doch steht dieser Begriff nicht zur Auswahl. Zudem sagt die Kategorie „Völkerkunde“ (oder „Ethnologie“) nichts über einen bestimmten Objekttypus aus. Das ein unter „Völkerkunde“ kategorisierter Gegenstand in einer Ethnologischen Sammlung aufbewahrt wird, ist letztlich eine redundante Feststellung. Das Ausfüllen des Feldes zählt für die Online-Ausspielung jedoch zu den notwendigen Bedingungen, die das System seinen Nutzer*innen vorgibt.
 

Alle in kuniweb zur Auswahl stehenden Bezeichnungen im Feld „Kategorie*“ (Stand: 2023).