2) Die Ethnologische Sammlung Göttingen – Speichermedien und Recherchetools

Kategorisierungsproblematiken

Speichermedien als Spiegel kategorisierender Zuschreibungen
  
Die Geschichte der Aufzeichnungsmedien verdeutlicht unter anderem das Ringen um angemessene Bezeichnungen. So besitzt die Ethnologische Sammlung in Göttingen aus unterschiedlichen Zeiten einige Objekte der Selk’nam, einer indigenen Gruppe im südlichen Südamerika. Die vorhandenen Speichermedien haben Sie im Laufe dieser Lehreinheit kennengelernt. Auf den alten Karteikarten war für die Information „Selk’nam“ das Feld „Stamm“ vorgesehen. In der Datenbank „adlib“ ist diese Bezeichnung in das Feld „Hersteller“ einzutragen. In der Datenbank „kuniweb“ existiert das Feld „Ethnie“. In der PAESE-Datenbank wiederum heißt das Feld, das für die Information „Selk’nam“ vorgesehen ist, „kulturelle Zuschreibung“.

Aufgabe:
Welche Feldbezeichnung ist aus Ihrer Sicht die passendste? Welche Kriterien sprechen für, welche gegen einen bestimmten Terminus?

Das jeweils neuere Aufzeichnungsmedium stellt in der Regel einen technischen und organisatorischen Fortschritt dar – beispielsweise hinsichtlich der Durchsuchbarkeit, Erweiterbarkeit oder auch Zugänglichkeit der vorhandenen Daten. Dennoch sind auch mit den modernsten Instrumentarien Problematiken verbunden, die es kritisch zu reflektieren gilt. Jedes System, das zur Anwendung kommt, weist bestimmte Strukturen auf, die neben der besseren Datenverwaltung auch zu Festlegungen führen können, die die Datenqualität selbst wiederum infrage stellen.