2) Die Ethnologische Sammlung Göttingen – Speichermedien und Recherchetools
Vorsicht bei der Recherche
Vorsicht: Mit den regelmäßigen Neuerungen – von der Liste zur Karteikarte, der Einführung der Bestandskataloge oder dem Übergang von der Karteikarte zur Datenbank - findet keine automatische Akkumulation aller vorhandenen Informationen statt. Aus Gründen wie Zeit-, Personal- und Budgetmangel wurden Datensätze oft nur unvollständig übertragen. Sammlungsverantwortliche mussten angesichts begrenzter Ressourcen erneut Entscheidungen treffen: Sollen alle vorhandenen Daten übertragen werden? Dies kann bedeuten, dass die Übertragung eines einzelnen Datensatzes lange dauert und das neue System für lange Zeit nicht die vollständige Sammlung umfasst. Oder sollen zunächst vorrangig Basisdaten übertragen werden, um beispielsweise Datenbanken möglichst bald nach allen verfügbaren Objekten durchsuchbar zu machen – mit dem Nachteil, dass einzelne Felder zunächst und womöglich für lange Zeit nur unvollständig ausgefüllt sind und bei der Recherche auch weiterhin auf alte Informationssysteme zurückgegriffen werden muss?
In Göttingen hat man sich in der Vergangenheit in der Regel für den zweiten Ansatz entschieden. Dies bedeutet, dass die digitalen Datensätze aktuell nicht vollständig sind und immer wieder neu überarbeitet und ergänzt werden müssen. Wer daher sichergehen will, alle historisch in der Sammlung vorhandenen Informationen zur Kenntnis genommen zu haben, kann sich nicht allein auf das neueste System verlassen, sondern muss vergleichend auch die älteren Medien zurate ziehen. Da auch über Forschungen immer wieder neue Erkenntnisse kreiert werden, ist die Befüllung einer Datenbank ohnehin nie abgeschlossen. Das System ist – ebenso wie Forschung selbst – immer „work in progress“.