1) Objektforschung und Bedeutung von Sammlungen und Museen
Ein Korbteller der Ye’kwana
Die Ye’kwana sind ein indigenes Volk, das im heutigen Venezuela beheimatet ist. Der hier abgebildete Teller wurde 1997 in der Ye’kwana-Gemeinde Cacuri käuflich erworben. Was kann uns die Beschäftigung mit so einem Gegenstand über Leben und Vorstellungswelt der Ye’kwana mitteilen? |
| ![]() Flechtarbeit in Cacuri, Venezuela (Foto: M. Kraus 1997) |
![]() Flechtteller der Ye'kwana (Foto: M. Kraus 2024) | Die Motive der Korbteller zeigen oftmals Personen aus ihrem Schöpfungszyklus, die in diese Teller eingeflochten werden. Auf dem hier abgebildeten Teller ist beispielsweise Iarakuru, der Neffe von Wanadi, zu sehen – als stilisierte Darstellung eines bestimmten Affen (cebus apella phatuellus), der in den Flechtarbeiten mit dem Schwanz nach unten dargestellt wird. In der umfassenden Mythologie der Ye’kwana heißt es über Iarakuru unter anderem, dass er Wanadi nicht gehorchte und eine Ledertasche, in der neben mächtigen Utensilien des Schöpfungsgottes auch die Nacht eingeschlossen waren, öffnete. Auf diese Weise kam die Nacht in die Welt (Guss 1989; de Civrieux 1992). |

