1) Objektforschung und Bedeutung von Sammlungen und Museen
Objektforschung
Der britische Geologe und Paläoanthropologe Kenneth P. Oakley (1911-1981) charakterisierte den Menschen nicht nur als soziales Wesen, das ‚Kultur‘ besitze und seine Ideen kommunizieren könne, sondern auch maßgeblich als Lebewesen, das Dinge herstellt. Der französische Ethnologe Pascale Dibie wiederum formulierte: „Wenn man ein beliebiges Objekt richtig erforscht, erschliesst man damit die ganze Gesellschaft“ (zit. in Flitsch 2014: 20).
Moderne kulturwissenschaftliche Publikationen sprechen vom sozialen Leben der Dinge (Appadurai) oder auch vom verborgenen Leben der Dinge (Santos-Granero), von der Sprache der Dinge (Keurs/Smidt, Tietmeyer et al.), von der Macht der Dinge (Kohl), vom Trost der Dinge (Miller) oder von der Herausforderung der Dinge (Hahn/Neumann). Über die Auseinandersetzung mit Gegenständen versucht man der Geschichte der Welt (MacGregor) ebenso wie der Geschichte der Frauen (Hirsch), Religionen (Müller) oder der Welt der Technik (Heckl) näher zu kommen.
Offensichtlich lohnt es sich, gerade auch Gegenstände genauer in den Blick zu nehmen. An zwei Beispielen wollen wir erste Fragen und Erkenntnisse skizzieren, zu denen die wissenschaftliche Beschäftigung mit Objekten führen kann.
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