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IT so leicht wie nie. Ein Selbstlernkurs zur Informationstechnologie.

Ethische und moralische Grenzen (2/17)

Mithilfe von Computern lässt sich eine Vielzahl an Abläufen automatisieren, die für Menschen langweilig, körperlich anstrengend oder zeitaufwendig wären. Diese Aufgaben können Roboter bzw. trainierte Algorithmen übernehmen. Gleichzeitig können wir heute riesige Mengen von Daten („Big Data“) auswerten und damit menschliche Handlungen und Entscheidungen prognostizieren. Aber gibt es hier nicht auch Grenzen, über die es sich lohnt nachzudenken? Die Göttinger Informatikprofessor*innen Modrow und Strecker haben eine Reihe an beispielhaften Fragen zusammengestellt, die sie für diskussionswürdig halten:

  • Darf das zukünftige Verhalten von einzelnen Bürgerinnen und Bürgern eines Landes oder von Gruppen aufgrund der vorliegenden Daten mit so hoher Sicherheit prognostiziert werden, dass sich diese durch das Zurückhalten bzw. zur Verfügung stellen von Informationen steuern lassen?
  • Dürfen im Rahmen der Verbrecherprophylaxe Menschen inhaftiert werden, um prognostizierte Verbrechen zu verhindern? […]
  • Dürfen Computer über menschliches Leben entscheiden, z.B. indem sie die Heilungschancen und –kosten abwägen? […]
  • Darf man in Zeiten zuverlässiger Gesichtserkennung flächendeckend Kameras einsetzen, um z.B. bei Unfällen oder Verbrechen die Beteiligten identifizieren zu können? Darf man aus den gleichen Gründen Bewegungsbilder aller Bürgerinnen und Bürger eines Landes vorhalten?
  • Darf man die in riesigen Datenmengen gefundenen Korrelationen für automatische Entscheidungen benutzen, wenn die gefundenen Zusammenhänge so subtil sind, dass sie von Menschen nicht mehr nachvollzogen werden können […]? (Modrow/Strecker, S. 148f.)