IT so leicht wie nie. Ein Selbstlernkurs zur Informationstechnologie.
Warum ist eine Spezifikation wichtig? (9/16)
Im folgenden Beispiel wird klar, warum ein Algorithmus allein, ohne vorherige Spezifikation nicht zielführend sein kann. Es handelt sich um eine Anekdote des Computerpioniers Heinz Zemanek (nach Barth, S. 1f):
„Eine Delegation der IBM war in einem einfachen Hotel in Stockholm untergekommen, um von dort ein Symposium zum Thema „Man and Society – Automated Information Processing“ zu besuchen. Ein paar Mitglieder der Delegation wünschten zum Frühstück ein 3-Minuten-Ei, erhielten aber ausnahmslos hartgekochte Eier. Nach mehreren enttäuschenden Erlebnissen dieser Art bat ein Mitglied der Delegation den Koch zu sich, machte ihn auf den Missstand aufmerksam und schlug vor, er möge die Eier doch bitte nach folgendem Algorithmus kochen:
- Setze eine Pfanne mit Wasser auf den Herd und warte, bis das Wasser kocht.
- Lege die Eier in die Pfanne.
- Nimm die Eier nach genau 3 Minuten aus der Pfanne und serviere sie.
Der Koch versprach, den Algorithmus streng zu befolgen, verschwand in die Küche und kehrte kurze Zeit später mit dem Resultat seiner Bemühungen zurück: mit hartgekochten Eiern. Bei den folgenden Untersuchungen musste die Delegation feststellen, dass das Hotel aus unerfindlichen Gründen jeden Morgen eine große Packung hartgekochter Eier geliefert bekam.“
Der Koch hatte demnach gar keine Chance, ein weichgekochtes Ei zu servieren, weil der Ausgangszustand bereits ein hartgekochtes Ei war. Ohne eine genaue Spezifikation – also dem Klären aller Rahmenbedingungen und möglichen Operationen ist eine Lösung durch einen Algorithmus schwierig zu erreichen.