IT so leicht wie nie. Ein Selbstlernkurs zur Informationstechnologie.
Was ist Computational Thinking? (2/16)
Für die Informatikprofessorin Jeannette Wing stellt „Computational Thinking“ eine heutzutage für alle Menschen notwendige analytische Fähigkeit dar, Probleme effizient zu lösen. Da es sich dabei um Denkweisen und Methoden handelt, die grundlegend für die Informatik sind, werden manchmal auch die Begriffe „Informatisches Denken“ oder „Algorithmisches Denken“ verwendet. Wie wir in Kapitel 1 gesehen haben, ist Informatik allerdings nicht gleichzusetzen mit Programmierung, sondern erfordert insbesondere das Erstellen von mentalen Modellen. Deshalb bedeutet „Denken wie ein Informatiker […] mehr als Computerprogramme schreiben zu können. Es erfordert Denken auf mehreren Abstraktionsebenen“ (Wing 2006).
Für die Entwicklung einer Problemlösung werden beim Computational Thinking die allgemeinen Konzepte Zerlegung und Abstraktion angewandt: Ein komplexes Problem wird in mehrere Teillösungen aufgespalten, um daraus sich wiederholende Aspekte herauszulösen und ableiten zu können. Informatisches Denken bedeutet deshalb für Jeannette Wing die „Zuversicht darin zu haben, dass wir ein komplexes System benutzen, verändern und beeinflussen können, ohne alle seine Details zu verstehen“ (Wing 2006).
Auf dem sehr zu empfehlenden Youtube-Kanal von code.org findet sich ein etwas längeres Video (ca. 9 Min), in dem mit einer Schulklasse die Struktur von „Computational Thinking“ erarbeitet wird. Im folgenden Video werden die Kernaspekte vorgestellt, die im Verlauf dieses Kapitels näher beleuchtet werden.
Unplugged - Computational Thinking von Code.org unter CC BY 3.0 (bearbeitet)